Joni und ich kennen uns seit 4 Jahren. Im Frühjahr 2015 kam der ehemalige Hockeyspieler aufgeschlossen und freundlich zum Basketballtraining der 2003er. Seine Sportbegabung war früh zu erkennen. Nachdem er eine Weile mit sich und seiner sportlichen Familientradition gerungen hat, stand es für ihn fest: Kein Hockey mehr, dafür Basketball bei BGZ. 4 Jahre intensiver Sport. 4 Jahre, indem er wie nur wenige andere Jungs für „Dranbleiben“, „Mitmachen“, „Erarbeiten“, „Zuhören“, „Mitdenken“ den Sport aufgesogen hat und noch lange nicht am Ende ist. Joni ist und bleibt ambitioniert!

Wir treffen uns bei bestem Frühlingswetter an einem Samstag auf dem Sportplatz der JFK. Er ist gut gelaunt. Das steckt an! Nachdem wir zwei Jahre in der mu14 miteinander trainiert haben, habe ich seine Laufbahn bei BGZ in der mu16 weiterverfolgt und mir gerne seine Spiele angesehen. Es wurde Zeit, dass wir uns einmal ungestört unterhalten und über unsere gemeinsame Zeit sowie die Zeit danach reflektieren.

Viel Spaß beim Lesen des Interviews!

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Nima: Hi Joni, schön, dich zu sehen! Danke, dass Du Dir Zeit für dieses Interview genommen hast. Lass uns über die letzten 4 Jahre sprechen. Wie ist dein Interesse an Basketball und an BGZ entstanden?

Joni: Auf dem Schulhof der JFK habe ich häufig mit meinen Freunden gespielt. Das Spielen in der Schule hat mich begeistert, so dass ich dann auch einmal in der Woche bei der Schul-AG der JFK mitgemacht habe. Dann habe ich mich für das Ostercamp bei BGZ angemeldet und mir wurde zu einem Probetraining bei BGZ geraten. Irgendwann wurde mir klar, dass ich mich zwischen Hockey und Basketball entscheiden musste. Basketball hat mich überzeugt, weil ich dort mehr Freunde hatte. Vor allem die Teamchemie und das gegenseitige Anfeuern hat mich überzeugt.

Nima: Wie haben deine Eltern deinen Sportartenwechsel unterstützt? Vor allem dein Vater war und ist ein begeisterter Hockeyspieler gewesen.

Joni: Meine Mutter hat gleich gesagt, dass ich das machen soll, was mir mehr Spaß macht. Mein Vater hat sich zu Anfang gewünscht, dass ich beim Hockey bleiben und mir es wirklich genau überlegen soll. (Joni schmunzelt.) Letztendlich hat er meine Entscheidung respektiert und hat sich in den letzten Jahren zu einem großen Basketballfan entwickelt.

Nima: Lass uns über deine erste Saison bei BGZ sprechen. Wie war sie?

Joni: Ich habe in meiner ersten Saison in der mu14 sowohl in der ersten als auch in der zweiten Mannschaft gespielt. Also in der mu14 Oberliga und in der mu14 Bezirksliga. Wir haben uns ganz knapp beim Turnier nicht für die mu14 Landesliga qualifiziert. Durch die Hinrunde in der Bezirksliga haben wir uns dann in der Rückrunde für die Landesliga qualifiziert. Ich konnte mich zu Anfang in der ersten Mannschaft gleich daran gewöhnen gegen ältere und bessere Jungs (die 2002er) von BGZ zu spielen. Das hat mir viel Spaß gemacht und fand die Jungs auch sehr nett. Meine Spielerfahrung habe ich vor allem in der zweiten Mannschaft gesammelt und dennoch bei der ersten Mannschaft mittrainiert.

Nima: In der Saison 2016/2017 warst Du dann in der mu14-1. Wir haben uns damals sicher für die Oberliga qualifiziert. Woran erinnerst Du Dich? Was waren die Höhen, was waren die Tiefen?

Joni: Ich fand die Saison sehr sehr gut. Es wurde sehr anspruchsvoll. Wir kamen als Gruppe sehr gut miteinander aus und haben viel Zeit miteinander verbracht. Auch das zusätzliche Training am Wochenende hat uns gutgetan und ich habe es gerne mitgemacht. Wir haben uns sogar für die Oberliga 1 qualifiziert. Leider haben wir es dann ganz knapp nicht in die mu14 Top 4 geschafft. Es war schade und hatten eine super Saison zusammen. Wir waren alle traurig. Ein Tiefpunkt war es nicht, weil es so knapp war und wir tolle Spiele zusammen gespielt haben. 

Nima: In dieser Saison haben Dich auch zweimal Verletzungen geplagt. Du hattest Knöchelprobleme und das alt bekannte Morbus Osgood Schlatter haben Dir zugesetzt. Wie bist Du damit umgegangen?

Joni: Das war sehr frustrierend! Die Knöchelverletzung habe ich mir damals beim Hockey zugezogen. Morbus Schlatter – also die Schmerzen in der Patellasehne – hat mich sehr aufgeregt. Ich habe erst einmal mit Morbus Schlatter gespielt. Die Ärztin hat auch gesagt, dass ich spielen kann und nichts Schlimmes passieren kann. Ich wollte unbedingt spielen.

Nima: Hast Du gut auf den Körper aufgepasst, dich ausgiebig gedehnt oder eher gedacht „Ach, egal, ich mach jetzt einfach weiter.“

Joni (lacht): Ich habe nicht besonders gut auf mich geachtet. Meine Lust auf Basketball war so groß, dass ich einfach weitergespielt habe und auf die Zähne gebissen habe.

Nima: Hättest Du rückblickend in dieser Saison etwas anders gemacht?

Joni: Nein. Es war eine richtig gute Zeit. Wir haben zwar die Top 4 knapp verpasst. Durch die Turniere in Dänemark, bei Friedenau und beim BGZ Pfingstturnier, die wir alle gewinnen konnten, war das sehr positiv. Das waren auf jeden Fall Highlights in dieser Zeit. Vor allem gegen Eintracht Frankfurt war es richtig gut.

Nima: Nach unserem Turniersieg gab es dann einen Trainerwechsel. Du hast im ersten Jahr der mu16 den Cut für die JBBL ganz knapp nicht geschafft. Bei Kathi und Yannick hast Du dann mu16 Oberliga gespielt. Wie hast Du diesen Übergang erlebt?

Joni: Ja, das war zuerst schade. Die Saison war dennoch ganz gut und hat Spaß gemacht. Ich wollte es im nächsten Jahr als älterer Jahrgang dann wieder versuchen. Im mu16 Training bei Kathi und Yannick waren wir dann erst einmal wenige Leute. Manchmal nur zu fünft oder sechst. Dennoch haben es alle ernst genommen. Es war gut, dass die JBBLer mitgespielt haben, so konnte man sich auch etwas abgucken. Das Turnier in Göteborg im Jahr 2018 war auch richtig witzig. 

Nima: Wie hast Du das empfunden, dass die Trainingsgruppe und das Team am Wochenende nicht die gleichen Jungs waren? Die JBBLer waren aufgrund ihres Pensums unter der Woche ja nur bei den Spielen in der mu16 Oberliga dabei?

Joni: Am Anfang war das blöd. Zu Beginn haben die JBBLer sehr viel Spielzeit in der mu16 Oberliga bekommen. Ich habe schon gedacht: „Hmmm, was wird das wohl?“ Durch den guten Kontakt zu den 2002ern hat es dennoch Spaß gemacht. Vor allem wieder mit Richie, Dean und Tom spielen zu können, fand ich gut. Bei Yannick und Kathi haben wir vor allem viel an unserem Wurf gearbeitet. Kathi hat auch einige Übungen aus der JBBL übernommen, das hat mir gefallen. Ich fand, wir haben in der mu16 Oberliga sehr gut trainiert und gut miteinander gespielt. Vor allem, wenn wir als Trainingsgruppe bei den Spielen zusammen spielen konnten. Das hat dann richtig Spaß gemacht.

 

Nima: Wie hast Du den Abschied im Sommer 2017 erlebt? Die 2003er haben unterschiedliche Lebenswege eingeschlagen. Wie oft seht ihr euch jetzt noch? 

 

Joni: Als wir in der mu14 der ältere Jahrgang waren, waren wir schon eine enge Truppe. Auch im ersten Jahr der mu16 waren wir noch eng, obwohl wir nicht mehr in der gleichen Mannschaft gespielt haben. Wir erinnern uns alle gerne an die mu14 Saison. Momentan haben wir nicht mehr so viel Kontakt, aber wenn wir uns mal sehen, dann freuen wir uns. Mit Kirk habe ich den meisten Kontakt. Wir treffen uns auch regelmäßiger, obwohl er aktuell kein Basketball mehr spielt. Wir gehen auf die gleiche Schule und haben den gleichen Freundeskreis.

 

Nima: Dein viertes Jahr bei BGZ hielt einen Rollentausch für Dich parat. Du hast ab und zu in der mu16 OL gespielt und es in den JBBL Kader geschafft. Das bedeutete dann: Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag Training. Montags frei. 4x pro Woche in drei verschiedenen Hallen. Wie bist Du damit umgegangen, dass Du wieder neue Mitspieler kennengelernt hast?

 

Joni: Ich habe Kirk überredet, weiter in der JBBL zu spielen. Eigentlich hatte er schon im Sommer keine Lust mehr. Neben Kirk kannte ich auch genug andere Jungs bzw. habe sie durch das häufige Training kennengelernt. Zudem hat Norbert einen großen Wert auf die Formung eines Teams gelegt. Ich habe durch das Training in der JBBL-Mannschaft neue Freunde gewonnen. Klar, es gab auch mal einen Punkt, an dem ich mich genervt gefühlt habe. Das ist glaube ich ganz normal. Alle waren nett zueinander, aber durch das viele Training hatte ich auch mal das Bedürfnis nach Abstand. Obwohl letztendlich hat mir die Saison in der JBBL großen Spaß gemacht, weil wir sehr ehrgeizig waren.

 

Nima: Was macht Dir das Kennenlernen von neuen Menschen so einfach?

 

Joni: Mir ging es immer um Basketball und gutes Training. Solange die Leute, mit denen ich spiele und trainiere, sich anstrengen, passiert das automatisch. Man treibt den gleichen Sport. Das war also gar kein Problem, sich auf neue Leute einzulassen.

 

Nima: Wie bewertest Du dein Jahr in der JBBL? Von 1 bis 10, wenn 10 das Optimum ist?

 

Joni: Ich würde eine 8 oder 9 geben. Ich fand es richtig cool, gegen Spieler aus anderen Städten anzutreten. Man trifft Leute, gegen die man sonst nie spielen würde. Auch die Fahrten und Turniere haben immer großen Spaß gemacht.

 

Nima: Was hast Du so auf den Auswärstfahrten gemacht, wenn man 3 Stunden hin und 3 Stunden zurückfährt?

 

Joni: Während der Fahrten wurden unsere Handys weggenommen. Ich habe gerne auf der Hinfahrt geschlafen oder aus Langeweile gegessen. (Joni lacht.). Wir haben uns ansonsten viel über die NBA unterhalten.

 

Nima: Wie wurden die Spieler auf die zwei Busse aufgeteilt?

 

Joni: Die Busse wurden regelmäßig gemischt. Mir war es egal, mit wem ich im Bus sitze. Norbert hat oft die Jungs aus dem Norden schon an der MSH eingesammelt, so dass wir auf der Hinfahrt eher getrennt waren. Auf der Rückfahrt dann aber nicht.

 

Nima: In deinem JBBL Jahr hast Du knapp 200 Trainingseinheiten absolviert. Die Spiele nicht dazu gezählt. Fiel Dir diese Intensität am Anfang schwer?

 

Joni: Nein. Ich fand es leicht, weil es mir echt Spaß gemacht. Ich erinnere mich noch: 2 Wochen vor dem Ende der Sommerferien haben wir angefangen. Wieder in den Sportrhythmus zu kommen, hat echt weh getan. Ich hatte nach der ersten Woche überall Muskelkater. (Joni schmunzelt.) Nach dieser Woche habe ich mich schnell daran gewöhnt. Für mich war es immer selbstverständlich, zum Training zu gehen. Ich habe dann meinen Freunden gesagt, dass ich erst um 20:30 Uhr nachkomme oder nicht dabei bin. Ich mag es auch, auf der Couch zu liegen, weil ich gerne bei meiner Familie bin.

 

Nima: Was würdest Du der next generation für eine Saison in der JBBL als Tipp geben? Was hast Du über Dich und die Zeit in der JBBL gelernt?

 

Joni: Sie sollten das Training sehr ernst nehmen. Vor allem auch, was der Physiotherapeut der JBBL -  Nik Kollmann - sagt. Insbesondere, wenn man sich verletzt hat. Sie sollten ausreichend schlafen und sich genug ausruhen, um über ein ganzes Jahr fit zu sein. Der Körper kann das ganze Training dann viel besser verarbeiten. Man wird in jedem Jahr sportlicher und athletischer. In der Saison bin ich auch nicht der Typ, der sich andauernd noch mit Freunden trifft. Ich habe auf mich geachtet und mir Ruhe gegönnt.

 

Nima: Was war das Einzigartige an Norbert und seinem Training?

 

Joni: Ich bin sehr gut mit Norbert ausgekommen. Es war einfach gutes und hartes Training. Er sagt ganz klar seine Meinung. Damit komme ich gut zurecht. 

 

Nima: Joni, vielen Dank für deine Zeit und das Gespräch. Ich hoffe, wir bleiben in Kontakt.