1. Die Hinfahrt:

Dass 14 Kinder das ganze Zugabteil auf der Hinfahrt freiwillig und unfreiwillig unterhalten würden, war klar. Es ging gesitteter zu als ich gedacht habe und wir kamen mit nur zwei freundlich gemeinten Ermahnungen davon. Das Highlight war eine Verspätung durch auf den Gleisen liegende Steine, über die der Zug gefahren ist, so dass wir in Nürnberg im Tunnel standen und dann letztendlich in Nürnberg zwangsweise stoppen und die Reise über die bayerischen Dörfer neu planen mussten. Alles halb so wild. Das Energielevel bleib auf konstant und leicht nervendem Niveau. Pünktlich um 00:30 Uhr kamen wir in der Ulmer Jugendherberge an. Gute Nacht. Wecken um 7:30 Uhr.

 

  1. Tag 1

8 Teams, 7 aus Deutschland und der laut Hüseyin polnische Meister. Zwei Gruppen. Die Gruppenphase haben wir verwaltet, so dass wir Gruppenerster wurden und dennoch halbswegs enge Spiele hatte. Der anstrengendste Part von Tag 1 war das sekündlich angesprochen werden: „Nima, hast Du 1 €, ich möchte mir ein Brötchen holen.“ „Nima, kann ich einen Hotdog?“ „Nima, gibt es noch Waffeln?“ „Nima, Nima, Nima, Nima“. Die 10 Stunden in der sehr komfortablen Halle hat man gar nicht gemerkt. Fast gar nicht. 

Hallenwechsel, um die Unterkunft für die zweite Nacht zu beziehen. Gegen 19 Uhr im Trainingszentrum der Ulmer Profimannschaft angekommen. Endlich Ruhe. Weit daneben gelegen. Bis 23 Uhr wurde ununterbrochen miteinander gespielt. Jedes Wurfspiel, jeder mit jedem. Bis um 23 Uhr endlich das Licht ausgeschaltet wurden und man Schlaf finden konnte. Das lustvolle UND HOFFENTLICH im Spaß gemeinte Stöhnen von Jenö und Jacob hat man irgendwann ignoriert.

 

  1. Tag 2

Halbfinale gegen den polnischen Meister Anwil Włocławek. Das beste und engste Spiel des Turnieres. Sie mit körperlicher Überlegenheit und einer wunderbaren 3-2 Zone. Wir mit mehr Technik. Ausgeglichen bis zu einem Zwischenspurt der Polen zum 21:29, in der das Spiel zu kippen drohte. Jetzt können es auch -15 werden. BGZ wehrte sich dagegen und konnte aufgrund sehr guter und SAUBERER Defense am Ball das Scoring der Polen verhindern und mit „Schere“ und „Papier“ leichte Ballgewinne erzielen, so dass wir aus -8 das Spiel drehten und +4 machten. Angefeuert durch Berlin Tiger Kreuzberg und die wunderbare Defense der BGZler retteten wir das Spiel über die Zeit und zogen emotional und klinisch tot ins Finale ein.

Im Finale setze es Haue vom Gastgeber aus Ulm, die ihr leichtes Halbfinale zum Anlass nahmen, um unsere sichtbare körperliche Erschöpfung auszunutzen. Einige wollten noch, konnten aber nicht mehr. Krämpfe, Kopfschmerzen und Erschöpfung ließen es nicht zu, dass wir das Finale offen gestalten konnten. Wir kommen gerne im nächsten Jahr wieder.

 

  1. Die Rückfahrt

Einzelgespräche mit den Jungs. Leo und ich nahmen uns für jeden Jungen Zeit, um über unsere und ihre Einschätzung zu sprechen. Leo und ich haben das ganz große Glück, mit menschlich so feinen Kerlen Sport treiben zu dürfen. Ein Adrian ist ganz anders als ein Justus. Justus ganz anders als Nathan. Modisch macht Nathan sowieso niemand etwas vor. Nathan ist ganz anders als Tim. Und dennoch sind alle Jungs darin vereint, dass sie charakterlich feine, respektvolle und trainingswillige Kerle sind.

 

Ach ja und dann war da ja noch das niemals endende Spiel „Aaaaah, du hast rein geguckt.“ Links, rechts, Schlag! „Aaaaah, nicht danke gesagt.“ „AAAAAaaah, zweimal danke gesagt.“ So haben wir uns die letzten 4 Stunden der Zugfahrt vertrieben.“ „GIB IHM BRUDER!“

 

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